Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Was erwartet uns im kommenden Jahr?
- Dr. Volker Gronau

- 18. Dez. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Apr. 2022

Folgendes Fazit lässt sich in aller Kürze ziehen:
Wir erwarten für das erste Halbjahr eine weitere Belebung der Weltwirtschaft, die von fiskalischen Impulsen befeuert wird. Die Erholung wird über Asien und den USA angeführt werden. Dazu kommt der Schlüsselaspekt – der erfolgreiche Kampf gegen das Virus, mit all seinen Ausprägungen. In Euroland wird geboostert, was das Zeug hält. Die nahende Impfpflicht sorgt mit steigenden Impfquoten für Entspannung und lässt wahrlich hoffen, dass die Pandemie zu einem Ende kommt.
Auch wenn die hoch aktuellen Prognosen zur Konjunktur, gerade am letzten Donnerstag wieder die tiefen Molltöne herausgeblasen haben, muss Folgendes „inhaliert“ werden:
Der Aktienmarkt ahnt die kommende Entwicklung voraus – sonst wäre er nicht das, was wir von ihm wissen – und das ist eine Tatsache, die schon so lange Gültigkeit besitzt, wie es Aktien gibt, deren Wert das Eigenkapital eines Unternehmens darstellt, gesplittet in kleine Anteile, die von Menschen gekauft werden.
Wenn jetzt die Wirtschaft erstmal einen Dämpfer bekommt, kommt sie in der Zukunft wieder aus diesem Tiefschlag heraus – und das zeigt uns der Aktienmarkt durch dann steigende Kurse – ergo: investieren oder investiert bleiben.
Europa könnte sich zu einem Zugpferd der Weltwirtschaft erweisen. Wenn unsere Ampelregierung ihre Hausaufgaben ordentlich erledigt wird Vertrauen wieder einkehren. Die Lieferkettenprobleme sollten nicht nur schleppend gelöst werden, sondern mit der gesamten Kraft der wirtschaftlichen Interaktionen aller Marktteilnehmer. Zinserhöhungen jedenfalls lösen dieses Problem nicht. Unsere Wirtschaft ist alles andere als heiß gelaufen. Weshalb die Preise gestiegen sind lag beispielsweise an den unterbrochenen Lieferketten, Steuererhöhungen und Corona – und da sollen erhöhte Zinsen für Abhilfe sorgen? Niemals!
Leider bleibt ein großes Fragezeichen, ob die Energieversorgung ausreichend sichergestellt werden kann. Da bereits offizielle Stellen über Risiko-Szenarien eines Blackouts diskutieren, wäre ein solches Ereignis eine massive Bedrohung für unsere Wirtschaft. Dazu muss es aber nicht kommen.
Im Verlauf des Jahres 2022 dürften zudem Bremseffekte von restriktiveren Notenbanken wahrscheinlicher werden.
Pleiten, anhaltende (aber keine ausufernde) Inflation und gesellschaftliche Verwerfungen bereiten der Wirtschaft lösbare Herausforderungen. Und werden die Angst vor Stagflation (wirtschaftlicher Stillstand bei einer unangenehmen Teuerungsrate) immer wieder anheizen.
Die Arbeitslosenquote dürfte sich als nachlaufender Indikator insgesamt als konstant erweisen. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Lebensmittel) wird sich wieder auf zwei Prozent einpendeln.
Dem Dax auf der Spur (Fünf-Jahres-Zeitraum)
Der letzte Hexensabbat 2021 mit dem Verfall der Dezember-Optionen und -Futures an den internationalen Terminbörsen sorgte für ein volatiles Geschäft. Konjunktursorgen aus Deutschland, aufgrund des ifo-Geschäftsklimaindex, der bereits das sechste Mal in Folge gefallen war, verliehen dem Markt keine Impulse.
Nichtsdestotrotz bleibt der Aufwärtsschwung erhalten und sollte sich in den kommenden letzten zwei verkürzten Handelswochen verstetigen können.
Euro gegen US-Dollar (Fünf-Jahres-Zeitraum)
Seit 2018 befindet sich EUR gegen USD in einer volatilen Seitwärtsphase zwischen 1,05 und 1,25 US-Dollar. In dieser Zeit hat es der Markt sogar geschafft, den langfristigen Abwärtstrend (1,15 US-Dollar) seit 2008 zu brechen. Im Anschluss konsolidierte der Wechselkurs. Das psychologische Niveau von 1,10 US-Dollar dürfte daher doppelt wichtig werden. Als zentrale Unterstützung wäre sie der ideale Umkehrpunkt im Jahresverlauf.
Ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest, tiefe Zufriedenheit, strahlende Gesundheit, und alles Glück auf Erden - verbunden mit einem guten Rutsch ins erfolgreiche neue Jahr
wünscht
Dr. Volker Gronau
GRONAU Finanzmanagement GmbH
Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung
Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitungallein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklungerlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.


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