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Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Sechs Monate Ukraine-Krieg


Sicherlich hat der Ukraine-Krieg einen ganz speziellen Einfluss auf die Aktienmärkte in den letzten sechs Monaten eingenommen. Einen Gewöhnungseffekt kann man zwar ausmachen, aber die Bedeutung, der Effekt auf die weltweiten Aktienmärkte hat nicht nachgelassen.


Wie wird Putin in der Zukunft reagieren, wenn die laufenden Waffenlieferungen, teilweise mit immer durchschlagsfähigeren Waffen weiter zunimmt? Als Optimist darf man hoffen, dass es der Herr Aggressor einsehen könnte, dass er jetzt nicht nur der Angreifer ist, sondern auch selbst angegriffen wird (Krim). Was ihn vielleicht zu bestimmten Einlenkungen veranlassen könnte? Andererseits würde der Pessimist erwidern, dass eine weitere Verschärfung bzw. waffenmäßige Eskalation erwartet werden könnte.


Und die wirtschaftlichen Eskapaden würden sich auch nicht bessern können, was die Gefahren, eines Stillstands der Wirtschaft, mit entsprechender Inflation (nicht mehr so hoch wie aktuell) gerade auch nicht begünstigen würde – Stichwort: Stagflation.


Wir sind in Deutschland auf Energieimporte angewiesen. Der größte Anteil unserer Unternehmen braucht Gas als Betriebsstoff, natürlich auch viele Haushalte. Anstatt die Weigerung Nord Stream 2 wieder zu öffnen ad acta zu legen und damit sofort die überwiegenden Probleme vom Tisch zu haben, sollen die Bürger einen Waschlappen verwenden statt zu Duschen oder "Katzenwäsche" anwenden.


Diese Vorschläge helfen nichts. Der Verbrauch und damit das Gas wird an anderen Stellen dringend benötigt, wo populistisches Gerede nichts bringt, weil es heute keine Alternativen dazu gibt. Die Kosten für die Haushalte sind in Verbindung mit der Inflation gegenüber dem letzten Jahr locker um über 15 Prozent angestiegen. Die Preise für Energie sind nach oben explodiert und helfen Putin weiter seine Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten – auch ohne oder mit unseren Gaseinkäufen.


Dem Dax auf der Spur (Fünf-Jahres-Zeitraum)



Die Angst vor stark steigenden Zinsen angesichts der hohen Inflation hat die Aktienmärkte am Freitagabend erneut erfasst und zu deutlichen Kursverlusten geführt. Auf dem Notenbank-Symposium in Jackson Hole hat Fed-Chef Jerome Powell einen weiteren entschiedenen Kampf der US-Notenbank gegen die hohe Inflation angekündigt. Im Fokus stand außerdem ein Medienbericht, wonach die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im September ebenfalls stärker anheben könnte.


Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag berichtete, wollen einige Ratsmitglieder der Europäische Zentralbank (EZB) über eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte im September zumindest sprechen.


Das Ifo-Geschäftsklima hat im August mit einem unerwartet geringen Rückgang von 88,7 auf 88,5 Punkte positiv überrascht. Der Index befindet sich im Rezessionsbereich. Sowohl die Geschäftserwartungen (80,3 nach 80,4) sowie die Beurteilung der aktuellen Lage (97,5 nach 97,7) blieben fast unverändert.


Die Geschäftserwartungen sind in den Vormonaten aber stark zurückgegangen. Der private Konsum wird wegen des Kaufkraftverlustes aufgrund der hohen Inflation zurückgehen.


Die Corona-Ersparnisse sind auch weitgehend aufgebraucht. Die Investitionen dürften gedämpft werden von der Unsicherheit einer drohenden Energiekrise.


Damit ist eine Rezession im 2. Halbjahr 2022 und 1. Quartal 2023 kaum unausweichlich, was dem Markt bewusst ist. Jeder Ansatz einer Verbesserung dieser Datenlage würde den Aktien zu Erholungen gereichen.


Die Schwankungen sind und bleiben hoch. Hier ein Timing zu versuchen, im Sinne von hoch verkaufen und niedrig wieder kaufen, funktioniert leider nicht. Eine bekannte, dennoch immer wieder gut, wenn sie in s Bewusstsein gerückt wird, Übersicht dazu, hat ntv zusammen mit dem zweitgrößten Fondsanbieter Vanguard vorgestellt:



Quelle: Vanguard und ntv


Hierbei wurde nach bestimmten Kriterien, die jeden Investor begleiten die Daten 93 Jahr ausgewählt und einer kritischen Überprüfung unterworfen.


Fazit

Investiert bleiben, für alle Tage, erzielt den besten Vermögenszuwachs. Die Werte anpassen, eine klare Reallokation (also Neuausrichtung, wenn bestimmte Aktien zu stark gestiegen oder gefallen sind) ist dabei ein weiterer Erfolgsfaktor. Der Effekt dieser wissenschaftlich fundierten Strategie liegt gerade darin, dass nach Einbrüchen die Erholungsmomente extrem ausfallen. Hier nicht dabei zu sein schmälert die Rendite bereits bei den 30 besten Tagen um nahezu die Hälfte der Rendite auf Jahresbasis.


Euro gegen US-Dollar (Fünf-Jahres-Zeitraum)



Der Euro könnte sich, aufgrund der aktuellen Gemengelage unter der Parität zum US-Dollar etablieren. Weiter schlechte Nachrichten zur Energieversorgung könnten den Euro aber weiter schwächen. Der steile Abwärtstrend ist vollends intakt, wobei es realistische Ansätze gibt, dass dieser Verfall unserer Gemeinschaftswährung in absehbarer Zeit sein Ende finden sollte, um in einen Seitwärtstrend überzugehen.


Maßgeblich dafür sind dafür die Entscheidungen, wie gestern Nacht, von Jerome Powell, gemachten Aussagen.



Ein sommerlich angenehmes letztes Augustwochenende, mit hoffentlich nicht allzu viel Regen wünscht



Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH

Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung


Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitung allein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.

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