Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Die USA als Weltbörse
- Dr. Volker Gronau

- 12. Feb. 2022
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. Apr. 2022

Die USA als Weltbörse gibt den Ton an. Egal ob es sich dabei um Zinserhöhungsaussagen handelt, wie jetzt geschehen oder um Beschwichtigungen, dass dies nur wegen der hohen Inflation opportun sei. Die Märkte jedenfalls reagierten darauf, auch mit den Gedanken der Fed, dass dieses Jahr vier Erhöhungen (bis 1,25 %) möglich wären. Im kommenden Jahr könnten dann drei weitere 0,25 %-Punkte folgen.
Das hat der Markt inhaliert. Was jetzt kommt sind Diskussionen, die in die andere Richtung zeigen – und diese Gemengelage hat der Aktienmarkt in der abgelaufenen Woche „gespielt“. Weg von den Corona-Gewinnern (über 40 %iger Sturz der Delivery-Hero-Aktie oder der Abgesang auf die Netflix-Aktie).
Die Notenbanker in USA wissen sicherlich was sie zu tun haben, denn ein zweites Desaster wie 2018 werden sie sich nicht mehr leisten wollen. Damals erhöhten sie die Zinsen parallel mit einem Entzug der Liquidität. Davon darf man jetzt nicht mehr ausgehen. Vielleicht experimentieren sie auch mit den Zahlen … - aber mit jeder zunehmenden Nervosität (hohe Schwankungen) werden sie ihre Entscheidungen revidieren bzw. überdenken. Die kommenden Monate bleiben daher volatil – trotzdem chancenreich, wie diese Woche gezeigt hat.
Die Inflationsdaten zeigen in Europa langsam nach unten, auch wenn der Effekt (Basiseffekt aufgrund der Coronamaßnahmen endet) durch die parallel begonnenen sprunghaft angestiegenen Energiepreise überlagert wurde. In USA kamen die revolvierenden Geldgeschenke dazu, die mittlerweile wieder zurückgenommen wurden. Es ist das Abwarten-Müssen, das den Aktienanleger auf die Zeit die Gewinne einfahren lässt.
Dem Dax auf der Spur (Zwei-Jahres-Zeitraum)
Zinserhöhungen sind in Europa kein überschäumendes Thema. Eventuell im zweiten Halbjahr eine symbolische Kleinsterhöhung um 0,1 %-Punkt. Die EZB hat ja auch vor über einem Jahr der punktuellen Erhöhung den Garaus gemacht und auf eine durchschnittliche Betrachtung der Inflationsrate und damit der Zinsanpassung abgestellt.
Euro gegen US-Dollar (Fünf-Jahres-Zeitraum)
In den kommenden Monaten - und bis in das kommende Jahr 2023 hinein - sollte sich die Dominanzdes US-Dollars auf den globalen Devisenmärkten abschwächen. Was sich in der Vergangenheit abzeichnete war, dass der Greenback nach einer Zinserhöhung häufig an Boden verloren hat. Diese beginnende Schwächephase scheint nach den jüngsten Signalen der US-Notenbank für dieses Jahr unvermeidlich.
Das Rekordhoch bei dem US-Handelsbilanzdefizit in einer Billion US-Dollar, zeigt wie gewaltig die US-Amerikaner importieren und dadurch ihre Währung verkaufen. Damit füllen sie ihre dezimierten Lager, was Nachfrage an Produkten nach sich zieht und die Aktiennachfrage steigen lässt.
Damit ist der US-Dollar überbewertet, auch bezüglich der US-Staatsverschuldung, der Differenzen gegenüber Europa und Asien und seiner Kaufkraft. Was ihm aktuell zugute kommt sind die voraussichtlichen Zinserhöhungstendenzen – diese werden aber auch wieder enden (wenn auch erst in vielen Monaten).
Die Stärke des Euros hat begonnen und sollte andauern – substanzstarke europäische Aktien werden es begrüßen.
Ein freundliches, weniger eingetrübtes Wochenende wünscht Ihnen
Dr. Volker Gronau
GRONAU Finanzmanagement GmbH
Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung
Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitungallein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklungerlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.


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