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Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Der Gipfel der Inflation


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Aus den aktuellen wirtschaftlichen Informationen kann man die Inflation (speziell in USA) insoweit bewerten, dass sie realistisch ihren Höhepunkt überschritten hat. Die Teuerungsraten sollten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den kommenden Wochen und Monaten sukzessive zurückfallen.


Die Probleme, die zu dem verschlechterten Angebot (Angebotsschock) und damit den hohen Preisen führten (Energiepreise, Krieg in der Ukraine, Ölkrieg, Lockdowns in China, Lieferkettenproblematik), mildern sich in einigen Bereichen spürbar ab.


Mit Zinserhöhungen, wie sie jetzt in USA bereits wiederholt mit 0,75 %-Punkten-Steigerung angegangen wurde, kann keine Zentralbank der Welt eine Beeinflussung auslösen. Warum es dennoch unternommen wurde, lag wohl gerade in der falschen Interpretation aus den Erfahrungen in der Vergangenheit und dem öffentlichen Druck.


Eine mögliche Lösung wäre beispielsweise gewesen, gezielt individuelle Problembereiche mit Zusatzliquidität zu versorgen, was aber in unserer Bürokratie und dem mangelhaften Wirtschaftsverständnis ganzer Heerscharen von verantwortlichen Personen als Ursache genannt werden kann.


Vergleichbar ist aber diese aktuelle Entwicklung der Preisexplosion dennoch nicht, auch wenn vielerorts versucht wird Parallelen zu ziehen, z. B. mit der Ölkrise in den siebziger Jahren oder auch Anfang der 1980er Jahre. Daher sollte die jetzigen erhöhte Phase der Zinsen wieder zurückgenommen werden. Das wird nicht über Nacht geschehen, aber die ersten Signale sollten bereits noch dieses Jahr zu erkennen sein.


Die Fed hatte den US-Leitzins als Kampfansage gegen die Inflationsauswüchse am Mittwoch um 0,75 Prozentpunkte angehoben, wie bereits im Juni. Nach dem geldpolitischen Doppelschlag liegt der Schlüsselsatz nun bereits in einer Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent.


Was dabei aber zu beachten ist, ist, dass die Fed auch bei einer Rezession am Zinserhöhungszyklus gedenkt festzuhalten, was für den US-Dollar positiv gewesen wäre. Diese Aussage aber hatte Fed-Chef Jerome Powell nicht in der Klarheit getätigt. Wohl wissend, dass die Steigerung nicht nur nicht fortgesetzt werden kann, mit dieser Steigerungsrate - und auch generell nicht.


In Europa liegt die Sache ein wenig anders. Wir laufen der Inflationsrate, die uns noch begegnen wird hinterher. Das bedeutet, dass wir eventuell die Hochs noch nicht gesehen haben, wohl aber der Aktienmarkt erhöhte inflationäre Tendenzen in den Kursen (KGV im Dax-Durchschnitt knapp über 10) eskomptiert haben dürfte.



Dem Dax auf der Spur (Zwei-Jahres-Zeitraum)


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Der DAX baute seine Gewinne am gestrigen Ultimo weiter aus und schloss punktgenau bei 13.500 Punkten.


Als Haupttreiber ist die besser als erwartet verlaufende Berichtssaison zu erklären und der schwächere Chicago-Einkaufsmanagerindex, der damit die bestehenden Wachstumsrisiken untermauert. Denn, für die Börsen sind dies keine negativen Nachrichten, weil sie für eine weniger rigide Geldpolitik (Zinserhöhung kann in Frage gestellt werden) der US-Notenbank sprechen.


Unterstützung kommt auch von der Charttechnik. Dem DAX-Future ist der Ausbruch über die Ausbruchszone bei 13.365 und 13.420 gelungen, was weiteres Erholungspotential für die kommende Woche vermuten lässt.


Auch und vor allem aufgrund des extremen Pessimismusses, der an den Aktienbörsen herrscht.



Euro gegen US-Dollar (Zwei-Jahres-Zeitraum)


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Wenn der Zinserhöhungszyklus in den USA sein Ende gefunden hat, wird unsere Währung wieder an Stärke gewinnen.


Damit einhergehend werden unsere europäischen Aktien hochattraktiv für die Ausländer werden, aufgrund der dann zusätzlich kommenden Währungsgewinne.


Ein Trend, der sich bereits in den kommenden Monaten abzeichnen und richtig in den Jahren 2023 und 2024 durchschlagen sollte. Einen (vielleicht) ersten Fingerzeig bekamen wir am gestrigen Freitag.


Die nächste Ausgabe erscheint am 20. August 2022.


Sonnige erholsame Sommerwochen wünscht


Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH

Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung

Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitung allein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.

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