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Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Das Duett 2022 - Zinspolitik & Inflation

Aktualisiert: 14. Apr. 2022


Es war kein einfaches erstes Quartal. Erst korrigierten Technologiewerte im Januar, dann kam dieser schäbige, jeder Beschreibung spottende Krieg im Februar und seit Mitte März richten sich alle Augen auf die Geldpolitik der Federal Reserve (Fed), der amerikanischen Zentralbank. Genau diese ist es, die den Großteil des restlichen Jahres bestimmen wird, im Duett mit der Inflation, die es gilt im Zaum zu halten, wobei dieses Übel nicht über Zinserhöhungen gelöst werden kann.


Generell sind Zinsen mit Aktien positiv korreliert. Steigen die Zinsen, steigt auch der Aktienmarkt, auch wenn das oftmals in der Literatur anders beschrieben wird.


Das war selbst bis zum Jahrhundertcrash Ende der 1920er Jahre so. Die Logik dahinter ist einfach. Die Notenbank hebt die Zinsen an, wenn das Wachstum robust ist. Zinsen steigen und fallen entlang des Konjunkturzyklusses, und Aktien eben auch.


Es gibt dazu Feinheiten, beispielsweise wenn die Zinserhöhung zu schnell und zu weit voranschreitet. Aber eine leichte Zinserhöhung, die mit einer Produktivitätssteigerung konform geht, war noch nie ein böses Ohmen für die Aktienkurse.


Was die Aktienkursentwicklung wirklich unter Druck setzt, ist zu wenig Geld, die sogenannte Liquidität, die über der notwendigen monetären Ausstattung der konjunkturellen Leistung (Bruttosozial(inlands)produkt) liegen muss.


Diese ausgesprochene Überliquidität wird in Aktien investiert werden, nachgefragt werden, was zu steigenden Kursen führen wird.



Dem Dax auf der Spur (Fünf-Jahres-Zeitraum)


Der Dax, aber auch die europäischen Indizes bewegten sich im Gesamten nach oben, schlossen aber durchweg auf ihren Wochentiefs.


Die US-Arbeitsmarktdaten setzten keine Akzente zum gestrigen Freitag. Diese sind wie erwartet stark ausgefallen (also mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosen) und unterstreichen damit die Rufe derer, die die geldpolitischen Verschärfungen durch die US-Notenbank wünschen.


Wie befürchtet ist damit die Verbraucherpreis-Inflation (CPI) in der Eurozone im März noch stärker gestiegen als prognostiziert. Mit 7,5 Prozent stieg sie noch kräftiger als mit 6,9 Prozent im Konsens erwartet.


Anlagestrategen hatten diese Beschleunigung mit Blick auf Länderdaten wie die deutsche und spanische Inflation befürchtet. Das dürfte die ausgebliebene (negative) Marktreaktion erklären, weil sie vorweggenommen war.



Hand in Hand mit der Entwicklung des Dax geht der Euro und dieser bleibt abwertungsgefährdet gegenüber dem US-Dollar, wenn der Krieg in der Ukraine andauert.


Die Notenbank in Europa (EZB) hat zudem noch nicht klar die erste Zinserhöhung signalisiert. Die Fed geht hingegen die Inflation konsequent an. Sie hat bereits mit dem Zinserhöhungszyklus begonnen und könnte im Mai den Leitzins sogar um 50 Basispunkte (0,50 Prozent) erhöhen.



Euro gegen US-Dollar (Fünf-Jahres-Zeitraum)


Der Euro befindet sich seit dem Tief vom 07. März 2022 in einer Erholung und tendiert dabei seitwärts unter dem wichtigen Widerstandsbereich um 1,1130 US-Dollar.

Die Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe in der Ukraine hat die Gemeinschaftswährung in dieser Woche beflügelt. Der Euro zog seit Montag um rund zwei Prozent an. Ob der Euro weiter zulegt, hängt vor allem von den Entwicklungen in der Ukraine ab.

Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland halten nach Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zwar an. Es gebe bislang jedoch keine konkreten Ergebnisse, sagt Selenskyj.

Der Euro wird damit zu einem unübersehbaren Seismograph für eine (wenn sie denn kommt) Beruhigung der beiden Kriegsparteien. Je mehr der Euro steigt, desto eher wird es zu einer Beruhigung der Auseinandersetzungen kommen können.


Ein erholsames und freundliches Wochenende wünscht


Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH



Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung

Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitungallein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklungerlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.

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