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Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Alles im Bärenmarkt


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Aktien, Anleihen, Edelmetalle, Rohstoffe oder Kryptos, alles ist im Bärenmarkt – aber wie lange noch?


Kaum eine Anlageklasse befindet sich nicht im Bärenmarkt. Aktien und Kryptos befinden sich ganz offensichtlich in Bärenmärkten, wobei Kryptos keinen Wert besitzen, sie werden nur gepreist.


Bei vielen Rohstoffen ist es nicht besser, aber sie enthalten einen Wert. Immobilienpreise stagnieren auf hohem Niveau, bezogen auf die Mieten, doch nicht jeder kann eine Immobilie kaufen, zumal auch Immobilienpreise unter Druck kommen werden.


Gold hält sich trotz des gestiegenen US-Dollar relativ gut, was mit ausgewählten US-Aktien aber auch erzielt werden konnte. Silber hingegen liegt über 25 Prozent unterhalb der Höchststände aus dem ersten Quartal. Bei Platin und Palladium ist es kaum besser.


In unsicheren Zeiten konnten sich Anleger häufig auf Anleihen verlassen.


Fällt der Aktienmarkt, strömt Geld in „sichere Häfen“. Durch Inflationsängste und Zinserhöhungen sind Anleihen derzeit kein sicherer Hafen. Die Kurse haben ähnlich stark verloren wie Aktien – ein Phänomen ist dabei das enorme Ausmaß, wobei die scharfe Reaktion aufgrund der nahe bei null oder sogar im Minus gelegene Renditen eine mathematisch-logische Reaktion war. Nur vorhersehen konnte dies niemand. Die komplette Dimension des Verfalls kam vor allem im letzten Monat Juni.


Anleger sind mit einem „Alles-Bärenmarkt“ konfrontiert.


Das ist nicht das erste Mal, dass fast alles gleichzeitig fällt, aber es ist selten. Der letzte Bärenmarkt, in dem alles fiel, ist noch nicht lange her, aber nicht vergleichbar.


Im Corona-Crash (März-Juni 2020) verloren alle Anlageklassen, nur Immobilien nicht. Der Schock war zu kurz, um auf den Immobilienmarkt überzugreifen. Dieser Bärenmarkt ist anders, daher verbieten sich Vergleiche zu diesem. Ein Bärenmarkt, der mehrere Quartale dauert, ist irreversibel, eben einzigartig und damit nicht mit vorhergehenden vergleichbar – und schon gar nicht mit einem kurzen Crash. Je länger ein Abschwung dauert, desto eher greifen die Probleme auf alle Wirtschaftsbereiche über.


Betrachtet man Bärenmärkte, die zumindest ein halbes Jahr dauerten (1973/74, 1976-78, 1980-82, 2000-02, 2007-09), konnten sich Anleger in bestimmten Anlageklassen verstecken.


In den 70ern lief alles besser als Aktien. Anfang der 80er Jahre war Cash King. Als die Internetblase platzte, war ebenfalls alles besser als Aktien, was sich während der Finanzkrise wiederholte.

Auch Immobilien verlieren mit dem Gesamtmarkt. Das spiegelt die Realität steigender Zinsen wider.


Immobilien werden auf Kredit erworben. Steigen die Zinsen, sinkt die Rendite. In einigen Märkten zeigt sich bereits der Effekt höherer Zinsen. Die Nachfrage sinkt. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Immobilienpreise zukünftig weniger schnell steigen oder zum Teil stagnieren. Wer jetzt kauft, zahlt einen hohen Preis und muss zugleich hohe Zinsen zahlen.


Das vermeintlich geringste Risiko hatte Cash in allen Bärenmärkten und Crashs. Aber das ist zu kurz gegriffen. Bargeld bietet niemals Chancen und bei der heutigen Inflation einen garantierten Verlust. Ein garantierter (realer) Verlust von rund sieben Prozent pro Jahr ist eben mittel- bis langfristig sehr negativ als ein kurzfristig, wenn auch höherer Verlust bei Aktien, die sich immer wieder erholt haben. Man muss nur investiert und breit diversifiziert bleiben.


Im Bärenmarkt, vor allem beim heutigen (wenn alles fällt), ist Cash trotzdem eine schlechte Wahl. Anleger müssen investiert bleiben, weil Reaktionen nach einem starken Rückgang wieder kräftige Gegenbewegungen zeigen, die niemand timen, also prognostizieren kann. Verluste bei Sachwerten werden über die Zeit wieder wettgemacht.



Dem Dax auf der Spur (Fünf-Jahres-Zeitraum)


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1932, 1962, 1970, 2022. In einem ganzen Jahrhundert Börsengeschichte gab es nur vier Jahre, in denen der S&P 500 ein Minus von mehr als 20 Prozent in den ersten sechs Monaten abgeliefert hat.


Beim Dax waren dies die Jahre (gemessen ab 1959): 1961, 1970, 2008 und dieses Jahr. Danach waren die Kurssteigerungen, auf Sicht der kommenden zwölf Monate häufig sehr gut – über zehn Prozent, teilweise weit darüber.


Meist waren Inflationssorgen ein Thema und hohe Volatilitäten die Folge. Das zweite Halbjahr belohnte diejenigen, die in diesen Jahren im Risiko geblieben sind und Gelegenheiten in einem Ausverkauf oder geschickter Aktienauswahl genutzt haben.


Auch das zweite Halbjahr 2022 bietet enorme Chancen für einen mutigen Investor.



Euro gegen US-Dollar (20-Jahres-Zeitraum)


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Die Inflation und Zinsen, vor allem die Zinsen für Kredite sind ein gern genannter Grund, um die Währungsentwicklung zu erklären.


Hierbei spielt die Zinsdifferenz zwischen zwei Ländern eine wichtige Rolle - wie diese Unterschiede aktuell sind und wie sie sich im Zeitablauf verändern, aber viel wichtiger – wie sie sich in der Zukunft verhalten werden.


In den zwei vergan­ge­nen Wochen hat sich der Rendi­te­vor­teil ameri­ka­ni­scher Staats­an­lei­hen wieder auf 1,6 Prozent­punk­te vergrö­ßert. Doch er lag Ende April mit gut zwei  Prozent­punk­ten noch deutlich höher.


Am Devisen­markt wurde der Zinsvor­teil der ameri­ka­ni­schen Staats­an­lei­hen als eine Ursache für den fallen­den Eurokurs (20-Jahrestief – siehe obigen Kursverlauf) genannt.


Aber die Zinsdif­fe­renz ist nicht der letztendlich entschei­den­de Grund für den niedri­gen Eurokurs von 1,0120 US-Dollar, der exakt gerechnet vor 20 Jahren die Parität zum Euro gesehen hatte (siehe obige rot gestrichelte Linie).


Die Rezes­si­ons­sor­gen in Europa, die durch die befürch­te­ten Engpäs­se in der Gasver­sor­gung verstärkt worden sind, treiben die Anleger in den Greenback. Die zuneh­men­de Angst vor einem Konjunk­tur­ab­schwung dämpft gleich­zei­tig die Markt­er­war­tun­gen für die Zinser­hö­hun­gen der Europäi­schen Zentral­bank (EZB) in diesem Jahr. Nun rechnen die Anleger bis Jahres­en­de nur noch mit 1,4 nach zuvor 1,9 Prozentpunkten – ein Aspekt, der an dieser Stelle wiederholt Erwähnung fand.


Aber was spricht gegen den US-Dollar?


Die Perspektiven für die rohstoffnahen Basic Resources (Eisenerz, Nickel und Kupfer) werden weiterhin negativ beurteilt. Hintergrund sind die Rezessionsszenarien, welche die Rohstoffe und die Aktien der Branche anfällig für weitere Gewinnmitnahmen machen.


Auch die Preise für so genannte Soft Commodities (börsengehandelten Grundnahrungsmittel, wie Weizen, Mais, Zucker und Kaffee) sind zuletzt unter Druck geraten, trotz der kursierenden Szenarien von Angebotsknappheit und Hungersnöten.


Diese Preise werden zu einem überwiegenden Teil in US-Dollar abgerechnet, so dass auch hier auf den Greenback Druck ausgeübt wird.


Daher an dieser Stelle eine US-Dollar / Euro – Entwicklung über 72,5 Jahre


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Interpretation


Der Euro könnte gegenüber dem US-Dollar in den nächsten Wochen und Monaten noch deutlich fallen. Denn es kommt in der kommenden Woche zu einem neuen und größerem Verkaufssignal.


Die Welt geht davon aber nicht unter.


Dieser Kursverfall wäre kein Anzeichen auf den von vielen seit zwei Jahrzehnten herbeigeredeten Untergang des Euros. Man kann dabei immer im Hinterkopf behalten, dass diese Kritiker seit 20 Jahren von einem unmittelbar bevorstehenden Untergang des Euros reden. Wenn es nach diesen „Propheten“ gegangen wäre, dann wäre der Euro schon vor mindestens 15 Jahren untergegangen.


Für Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.



Ein sommerliches Wochenende wünscht Ihnen



Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH

Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung

Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitung allein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.


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