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Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Eine Standortbestimmung

Aktualisiert: 15. Juni 2022


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Immer wieder gilt es die aktuelle Parameter und einer kritischen Begutachtung zu unterziehen – quasi eine Standortbestimmung.


Die Anlegerstimmung in den USA könnte kaum schlechter sein. Institutionelle sitzen auf viel Bargeld und die Inflation könnte immerhin ein Peak (Höchststand) hinter sich gebracht haben.


Der Ukrainekrieg hat sich als regional begrenzt herausgestellt, und in einigen Regionen Chinas werden die Lockdowns gelockert, was die Lieferkettenproblematik angefangen hat zu entkrampfen.


Was die aktuelle Marktsituation derzeit so extrem schwierig macht: Es gibt ein sehr starkes Argument für eine baldige Bodenbildung und ein weniger starkes Argument für weiter fallende Kurse am US-Aktienmarkt, der nach wie vor als Seismograf für die Weltbörsen gelten darf.


Dies vor allem aufgrund seiner Größe, gemessen an der Marktkapitalisierung (Aktienanzahl multipliziert mit ihrem jeweiligen Kurswert). Dieser relative Anteil beläuft sich auf ca. 57 Prozent, Deutschland auf zwei(!).


PRO Aktien:

Das Sentiment, also die Stimmung und auch Marktbreitefaktoren zeigten mit ihren Extremwerten eine begonnene Bodenbildung am US-Aktienmarkt. Statistisch gesehen kam es in der Vergangenheit nahezu immer bei solchen Werten in absehbarer Zeit zu größeren Böden und Reaktionen nach oben an den Märkten, was auch tatsächlich stattfand. Nahezu alle Anlagekategorien profitierten von dieser Gegenbewegung.


Nicht nur die Aktienindizes erholten sich weltweit, sondern auch die Anleihekurse. Der Euro sprang genau auf seiner langjährigen Unterstützung (siehe Chart „Euro gegen US-Dollar“) kräftig nach oben.


Auch Gold zog wieder an und sogar der Verfall der Krypto-"Währungen" stoppte nach durchschnittlich über 70 Prozent Verlust (was ca. zwei Billionen US-Dollar entspricht – Vergleich: Die Covid-Pandemie kostete Deutschland € 1,3 Billionen, nur im Jahr seines Auftretens 2020).


Die markttechnische Erholung folgte damit den zum Teil extremen Pessimismus-Werten und dem Anstieg der Barreserven der internationalen Fondsmanager auf leicht über sechs Prozent (historischer Höchststand).


Großinvestor Warren Buffett und einige Vermögensverwalter waren im 1. Quartal dieses Jahres bereits auf der Käuferseite am Aktienmarkt bzw. schichteten mit Überlegung die ihnen anvertrauten Portfolios geschickt um. Ergänzend kommt hinzu, dass die Insiderkäufe spürbar zugenommen haben und die deutschen Exporte mit einem unerwarteten Zuwachs von 4,4 Prozent glänzen konnten.


Es kommt also darauf an, WELCHE Aktien und ETFs man langfristig kauft! Dafür hilft eine breite Streuung und eine laufende Überwachung mit Feinjustierung der Asset-Allokation (Aufteilung der Anlagen untereinander). Eine professionelle Vermögensverwaltung ist der Garant für dieses Handeln.


KONTRA Aktien:

Die US-Notenbank redet den Markt seit Monaten in jeden Stabilisierungsversuch konsequent runter. Um die Inflation zum Fallen zu bringen, wird auch und gerade der Aktienmarkt neu kalibriert. "Never fight the FED", heißt einer der Grundsätze der Anlegerschaft. Das hat auch einen guten Grund. Die Notenbanken sind die mit Abstand größten Marktteilnehmer an den Finanzmärkten.


Insofern heißt es, die Realitäten ab 2021 zu erkennen und zu akzeptieren. Ja, die Marktphase ist extrem schwierig. Es werden aber wieder bessere Zeiten kommen. Glücklicherweise sind solche Marktphasen, wie die aktuelle, eher die Ausnahme, und Rezessionen dauern, wenn sie denn überhaupt kommen, meistens nur sehr kurz (ein paar Monate).



Dem Dax auf der Spur (Fünf-Jahres-Zeitraum)


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Aus seinem abwärts gerichteten Dreieck konnte sich der Dax letztendlich herausschieben, weil die positiven Nachrichten, u.a. aus China, wonach in Shanghai ab Mittwoch die Corona-Lockdown-Maßnahmen größtenteils wegfallen, überwogen.


Die Arbeitslosenzahlen vom Donnerstag (private Arbeitsvermittler) und Freitag (staatliche Arbeitsvermittler) waren konträr, weshalb nach den weniger guten Arbeitslosenzahlen (positiv für die Börse, weil die Zinsen eher nicht steigen, weil die Konjunktur nicht überschäumt), war am Freitag das genaue Gegensteil zu vernehmen.



Euro gegen US-Dollar (Zwei-Jahres-Zeitraum)


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Der Euro hat seit Mitte Mai zur Erholung angesetzt, weil zunächst Wachstumssorgen in USA aufkamen und damit die Zinserhöhungsgedanken ein wenig abschwächten. Zudem unterstützt die bevorstehende EZB-Zinswende den Euro.


Standpunkt: Pro Euro

Der Aufwärtstrend des US-Dollar dürfte beendet sein, wenn man die Wechselkurse anderer wichtiger Währungen betrachtet, beziehungsweise deren Abweichungen gegenüber den von Zinsdifferenzen oder Aktien- und Rohstoffpreisen nahegelegten Kursen. Bitte auf uns zukommen, sofern nähere Informationen gewünscht. Danke.


Die nächste Ausgabe erscheint am 18. Juni 2022.


Ein gemütliches, idyllisches, sonnig-erholsames Pfingstwochenende wünscht


Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH

Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung

Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitung allein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklung erlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.

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