top of page

Aktuelle Situation an den Wertpapiermärkten: Holpriger start ins neue Jahr

Aktualisiert: 14. Apr. 2022



Der Aktienmarkt startete holprig in dieses Jahr, was sich wohl so ähnlich das ganze Jahr zeigen sollte. Die Technologiebörse Nasdaq hatte einen schlechten Start, wie er seit weit über zehn Jahren nicht mehr zu erkennen war – geprägt durch einige sehr wenige Titel (sog. „FAANG“-Aktien), die ein extrem hohes Marktgewicht aufweisen. Zu den acht größten Titeln der Nasdaq zählen: Facebook (Meta), Microsoft, Apple, Amazon, Google (Alphabet), Tesla, Netflix, Nvidia).


Der Markt für festverzinsliche Wertpapiere startete mit Rekordrückgängen in den USA, aufgrund von Zinserhöhungsaussagen der amerikanischen Zentralbank (Fed) von derzeit 0,25 auf zunächst ein bis zwei Prozent.


Daraus folgt für den Anleger:

Was jetzt wichtiger denn je ist, ist eine breit diversifizierte Anlagestrategie, die diesem Namen auch gerecht wird. Damit ist eine unkorrelierte, also hoch unabhängige Strategie gemeint, die die Differenzierungen, gerade in der Anlage in Aktien widerspeigelt. Damit sollte der Anleger, in diesem Jahr wiederum einen ordentlichen Erfolg erzielen können.


Nota bene:

Leider zeigt die oft empfohlene Investition in Gold keine Hoffnungen auf einen Beitrag zum Erfolg – dazu am Ende dieser Ausführungen mehr.


Was machte die ersten zwei Wochen des Handelns an den Märkten so zu schaffen, dass die Volatilität Kapriolen schlug? Denn gerade die ersten Handelstage sind ein Spiegelbild für den Verlauf des Gesamtjahres, was an der Reaktion der professionellen Anleger auf gut gelaufene gegenüber weniger gut sich entwickelnde Aktien des Vorjahres abzulesen ist. Oder anders ausgedrückt: Man will die Aktien im Depot zeigen, die gut performt haben – ein absoluter Blödsinn, wer danach handelt; was aber leider zu oft vorkommt. Aber nicht bei einem seriösen Vermögensverwalter!


Was den Anlegern klar wurde, war, dass die Geldpolitik zukünftig eine ganz andere sein wird, ausgelöst durch die US-Zentralbank (Fed). Dadurch kamen die Kurse in Wallung. Eine Baisse ist das hingegen nicht, auch bleibt die Chance erhalten bzw. realistisch, dass bestimmte Aktiengruppen eine gute Performance erreichen können.


Die Gründe liegen in den sofortigen Käufen und dem damit verbundenen Aufbau von Positionen vieler privater und institutioneller Anleger, weil schlichtweg sehr viel Geld auf den Konten liegt und die Alternativen weiterhin rar gesät sind.



Dem Dax auf der Spur (Zwei-Jahres-Zeitraum)


Der Dax war durch einen unruhigen Kursverlauf geprägt, wobei die Technologiebörse Nasdaq weitaus höhere Ausschläge verkraften musste und für verstärkte Unsicherheit sorgte. Es war die Mischung aus stei­gen­den Infla­ti­ons­ra­ten, damit einhergehend die Sorge vor stei­gen­den Zinsen, keine neue Liquidität (geltend für die USA – nicht für Europa, Japan und China). Und leider auch das Corona-Virus (Omikron) – NOCH !


Aber stei­gen­de Preise, vorsich­ti­ge Noten­ban­ken und höhere Zinsen sind auch ein Indiz dafür, dass die Wirt­schaft nach dem Corona-Schock und mit China (Evergrande) wieder Tritt fasst.


Das lässt sich auch am ameri­ka­ni­schen Arbeits­markt able­sen, wo die Unter­neh­men hände­rin­gend nach Perso­nal suchen. In Europa ist die Situation ähnlich – Arbeitskräfte (mit guten Kenntnissen) fehlen allerorten.


Sollte den Noten­ban­ken der Über­gang von einer extrem locke­ren zu einer etwas straf­fe­ren Geld­po­li­tik gelin­gen, wäre das für die weite­ren Aussich­ten am Akti­en­markt durch­aus erfreu­lich. Und das ist auch das Szenario, für das der Anleger Stellung beziehen sollte (muss). Einen Kollateralschaden wird kein Notenbanker riskieren.


Die Per­spektiven für die Konjunk­tur und Börsen sind noch von eini­gen Unsi­cher­hei­ten geprägt. Aber das kann auch Chan­cen eröff­nen. Kurs­kor­rek­tu­ren können einen güns­ti­gen Einstieg in den Akti­en­markt ermöglichen und diesen auf neue Höchstkurse hieven. Timing funktioniert in diesen Phasen eher selten und wäre mit viel Glück gepaart.


Das Wirtschaftswachstum beginnt sich wieder zu zeigen und langfristig folgt der Aktienmarkt den Gewinnen, die mit der konjunkturellen Erholung, nach Corona, richtig Fahrt aufnehmen werden, weil die Unternehmen nicht mehr durch Lieferkettenproblemen oder Lockdowns belastet werden.


Der obige Chart- bzw. Kursverlauf gibt überhaupt keinen Anlass zur Nervosität.



Euro gegen US-Dollar (Fünf-Jahres-Zeitraum)


Der Euro hat sich in der abgelaufenen Woche gut erholt. Innerhalb der EZB-Ratsmitglieder festigt sich die Meinung, dass die an den Finanzmärkten vorherrschenden Inflationssorgen temporär sind und keine Blaupause gegenüber der USA darstellen.


Die EZB wird alles tun, um die Teuerungsrate auf längere Sicht wieder im Einklang mit dem EZB-Ziel zu bringen, wobei den Energiepreisen eine Schlüsselrolle zufällt. Die Betrachtung auf Basis von Durchschnittswerten war ein kluger Schachzug.



Gold kommt trotz hoher Inflation und negativer Realzinsen nicht nach oben. Und jetzt fallen die Zinsen auch nicht mehr – sondern haben ihren Weg nach unten gestoppt.


Die Ausgangslage für Gold sieht eigentlich gut aus – ABER:


Die Geldentwertung (Inflation) ist der Freund des Goldpreises. Noch besser ist es, wenn die Zinsen gleichzeitig niedrig sind. Je negativer der Realzins (in Europa aktuell bei rund minus fünf Prozent), desto eher steigt der Goldpreis. Es ist aber nicht nur der negative Realzins, der für Gold spricht.


Sinkt der Realzins, wird Gold attraktiver. Gold wirft keinen Zins ab. Wer Gold kauft, verzichtet auf die Anlage des Geldes auf dem Geldmarkt. Aktuell erzielt man auf dem Geldmarkt einen Nullzinssatz oder sogar eine Strafverzinsung. Nach Abzug der Inflation ist die Rendite negativ.


Je weiter der Realzins sinkt, desto interessanter wird Gold. Am besten läuft es für den Goldpreis, wenn der Realzins bereits negativ ist und weiter sinkt. Zum Vergleich: Es fanden regelrecht Panikkäufe wie 2011 oder 2020 statt.


Jetzt wird es interessant!


Inzwischen befinden wir uns aber in einer Phase, wo der Realzins zwar noch negativ ist, aber der Tiefpunkt ist vorüber. Gold wird relativ gesehen unattraktiver. Da der Realzins aber noch negativ ist, kann sich der Kurs tendenziell seitwärts bewegen.


Noch ist der Realzins aber negativ. Allein im vergangenen Monat hat dieser in den USA von minus 1,1 % auf minus 0,75 % zugelegt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Realzins in diesem Jahr in den positiven Bereich vordringt. Damit wird der Realzins positiv. Spätestens dann beginnt ein Bärenmarkt für Gold.


Deswegen ist Gold nicht schlecht. Als Anleger sollte man sich einfach der Preiszyklen des Goldpreises bewusst sein. Diese hängen am Realzins. Dieser erklärt zwar nicht sofort jede Preisentwicklung, dennoch sehr viel. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, fällt Gold für gewöhnlich, wenn der US-Dollar aufwertet. Der US-Dollar wiederum wertet vor allem dann auf, wenn sich der Realzins gegenüber anderen Währungsräumen erhöht.


Es muss sehr viel geschehen, damit der Goldpreis diesem normalen Zyklus entkommen kann. Insbesondere darf die US-Notenbank die Geldpolitik nicht übertrieben straffen – und genau das ist unwahrscheinlich.


Gedanklich sollte man sich mit einem mehrjährigen Bärenmarkt (fallender Kurs) in Gold auseinandersetzen.



Ein angenehmes Wochenende wünscht ihnen



Dr. Volker Gronau

GRONAU Finanzmanagement GmbH



Wichtige Hinweise | Kein Angebot und keine Beratung

Diese Information dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt weder eine individuelle Anlageempfehlung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten dar. Diese Ausarbeitungallein ersetzt nicht eine individuelle anleger- und anlagegerechte Beratung. Die Angaben zur bisherigen Wertentwicklungerlauben keine verlässliche Prognose für die Zukunft. Die Wertentwicklung kann durch Währungsschwankungen beeinflusst werden, wenn die Basiswährung des Wertpapiers vom Euro abweicht.


Kommentare


Impressum       Datenschutzerklärung                                                                               2026 GRONAU Finanzmanagement GmbH

bottom of page